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rusty und berit


Rusty (Copper v.d. Schönebecker Schweiz),

WT: 19.04.1993 / tricolour
HD- und CEA-frei

Ausbildung zum Blindenführhund 1994

Besitzer:
Berit Wagner
Boltenhagener Str. 8
01109 Dresden
eMail: beritwagner@gmx.de
Homepage:
Rusty - ein Blindenführhund

Rusty - Ein Hund mit besonderen Aufgaben

Er ist mein Helfer auf vier Pfoten! Er übernimmt für mich das Sehen. Rusty begleitet mich überall hin. Zur Arbeit, zum Gitarrenunterricht, zu Freunden und auch auf Reisen. Er ist als Collie so ziemlich der einzige Blindenführhund. Darauf bin ich stolz, denn es ist mal etwas ganz anderes.

Sein angeborener Hüteinstinkt kommt mir sehr zu gute, denn wenn wir im Wald sind, entfernt er sich nie groß von seiner Herde! Er hält alle Familienmitglieder zusammen. Rusty ist ein Arbeitstier und muss auch gefordert werden. Er will arbeiten! Aber dann auch seinen wohlverdienten Feierabend haben, im Wald rumschnüffeln, jeden Baum markieren und natürlich mit anderen Hunden spielen.

Wie kam ich auf einen Collie? Es war eine Eingebung, denn ich bin trotz meiner Behinderung ein Mensch, der dass besondere mag. Also wollte ich keinen Schäferhund oder Labrador. Nein, ein Collie sollte es sein.

Zwar dauerte es einige Zeit, bis ein passendes Tier gefunden wurde, doch es klappte! Rusty absolvierte in fast einem dreiviertel Jahr seine Ausbildung zum Blindenführhund.


Dann kam der große Augenblick, das erste Treffen! Ich war begeistert, wohl auch deswegen, weil es mein erster Führhund war. Nach einer dreiwöchigen Einweisungszeit fuhren wir beide wieder gen Dresden. Es dauerte einige Zeit, bis wir uns so richtig zusammengerauft hatten. Rusty ist ja ein Collie und kann manchmal sehr eigensinnig sein. Doch da ich dies auch kann, passen wir gut zusammen.

Im Alltag ist nicht immer alles heller Sonnenschein. Er ist nur ein Tier und macht, genau wie ein Mensch, Fehler. Da muss man immer drauf eingehen, sonst tanzt er als Chef durch die Gegend. Trotz dieser kleinen Fehler, ist er eine riesige Unterstützung für mich. Rusty eröffnete mir eine weitestgehenst selbständige Lebensweise.

Was gehört alles zu seinem Aufgabenbereich

Das wichtigste ist das Anzeigen von Hindernissen z.b. Absperrungen, herabhängende Äste, Bordsteinkanten, Verkehrs- Hinweisschilder und eben alles, was einem sonst noch im Weg sein kann.
Für meine Sicherheit im Straßenverkehr ist er natürlich auch da. Er würde nie ein Straße ohne Kommando überqueren. Auf die Autos achte ich selber.

Wollen wir eine Ampelkreuzung überqueren, heißt sein Kommando "Such Ampel". Dann bin ich wieder dran und sage ihm, wann wir gehen können, nämlich wenn die Autos stehen. Dass er erst dann gehen darf, weiß er ganz genau.

Doch nicht in jeder Situation kann er helfen. Auf dem Weg zur Arbeit nehmen wir die Straßenbahn und müssen auch umsteigen. Wenn mehrere Linien an einer Haltestelle verkehren, bin ich auf meine Mitmenschen angewiesen. Leider denken manche, "Die junge Frau hat ja einen Führhund", Doch diese Meinung hilft uns nicht weiter, kein Führhund hat gelernt Zahlen zu erkennen. Viele Menschen fürchten sich, eine nichtssehende Person anzusprechen, wenn diese einen Führhund hat. Doch dazu kann ich nur sagen, "Niemand braucht Angst vor einem Blindenführhund zu haben". Ein gut ausgebildeter Führhund hat einen Wesenstest absolviert.
Es sei mir eine kleine Anmerkung erlaubt, im Internet gibt es dazu eine sehr informative Seite - www.dbfv.org.

Es gibt aber nicht nur schlechte Erfahrungen, dies wäre ungerecht. Man erhält doch immer öfter Hilfe angeboten und dass finde ich gut. Denn es gibt Situationen wo man einfach auf Hilfe angewiesen ist.

Mit Rusty kann ich überall hin, ins Kaufhaus, in eine Gaststätte, zum Bäcker und auch in eine Arztpraxis. Wo ich ihn hinlegen lasse, bleibt er auch so lange liegen, bis ich ihn rufe.

Letztes Jahr hatten wir auch eine schwere Zeit durchzumachen, als es um die so genannten Kampfhunde ging. Ich dachte manchmal, sieht Rusty denn wie ein Bullterrier aus?

Wie sieht mein Alltag sonst noch so aus. Ich gehe als Masseurin arbeiten, habe viele Hobbys: Tiere(Hunde, Papageien), Natur (schon wegen Rusty), reisen mit und auch mal ohne Hund, usw.
Rusty begleitet mich fast überall hin. Er bringt mich zum Gitarrenunterricht, fährt mit mir Zug und ist auch schon mal geflogen. In unserem hiesigen Wald kennt er jeden Baum. Dort hat er dann Freizeit und muss sich nicht um mich bemühen.

Wenn es regnet ist er nicht sehr begeistert wenn ich ihn zum Dienst rufe doch sonst arbeitet Rusty unheimlich gern. Ich brauch bloß meinen Rucksack zu nehmen, da steht er schon bereit und weiß, "Frauchen muss auf Arbeit oder verreist. "

Rusty ist ein Wohnungshund und würde sich in einem Zwinger auch nicht wohlfühlen, er ist ein richtiger Familienhund.
Eins vergisst er nie,
seine Mahlzeiten!

Mit Rusty habe ich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Ich habe das Nützliche mit dem Schönen verbunden.
Ich möchte noch einmal sagen,
es ist schön mit Rusty alles zu erleben, ob es schön ist oder auch mal nicht, es gehört beides dazu. Dies ist zumindest meine Meinung.

Berit Wagner


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